U-Gin

Urban Hip Hop

U-Gin

Geboren am 20. März 1985 in Düsseldorf als Sohn ghanaischer
Eltern, wuchs Eugene „U-Gin“ Boateng mit seinen sieben
Geschwistern in der durch Hausbesetzer und der RAF bekannt
gewordenen Kiefernstrasse auf. In diesem Umfeld, bestehend aus
über 45 Nationalitäten aus verschiedensten sozialen Schichten, kam
der kreative Input, der U-Gin zum Tanzen brachte. Mit 19 fing er im Speicher seiner Eltern an zu trainieren und
gewann kurz darauf sein erstes Battle im Düsseldorfer Nachtclub
Checker’s. Zahlreiche Battles sowie Produktionen für
Tanztheater sollen ihm in den darauffolgenden Jahren zeigen,
wohin sein Lebensweg führt und er schließt einen Pakt mit Gott –
wenn er seine nächsten Battles gewinnt, dann ist sein Ziel klar.
Sollte er jedoch verlieren, wird er nach dem Abitur sein
Medizinstudium antreten, wie es der Wunsch seines Vaters war.
Gott fand sich jedoch in Einverständnis mit U-Gin und ließ ihn
weitere Erfolgserlebnisse verbuchen, in denen er das Suchtpotential
seiner Kunst erkennt und schnell wird aus dem Fußballer und
angehenden Medizinstudenten ein Tänzer. Als er dann 2006 die
Castingshow VIVA Dancestar als Gewinner verließ und eine
Wohnung in Berlin als Preis abstaubte, stand seiner Karriere
nichts mehr im Weg.
In Berlin angekommen baute U-Gin sich ein Netzwerk auf, das ihn
zunächst in die Videos zahlreicher bekannter deutscher Künstler
katapultierte wie zum Beispiel Kool Savas, MIA, Jan Delay oder den
No Angels. Aus der Zusammenarbeit mit den richtigen Leuten, unter
anderem Detlef „D!“ Soost, einer der Juroren von Dancestar oder
Theaterproduzent Christoph Winkler, konnte U-Gin Erfolge als
Tänzer auf Tour mit Popstar Beyoncé verbuchen und weiterhin sein
Talent als Schauspieler unter Beweis stellen. In Stücken wie
„Fhlip Fhlop“, zusammen mit Ernest Allan Hausmann, „A Taste Of
Ra“ oder „Tales of the Funky“ brachte U-Gin nicht nur die große
Kunst des Tanzes und des Schauspiels auf zahlreiche deutsche Bühnen,
sondern auch ein Teil einer immensen Jugendkultur. Damit seine Entwicklung nicht stehen bleibt, schloss er sich mit
Dozenten der Berliner Schauspiel-Schule Ernst Busch und der
Universität der Künste zusammen, die U-Gin dabei unterstützen,
seine Fähigkeiten zu perfektionieren, indem sie ihm Gesang,
Schauspiel und Regie beibringen.
Es folgen Rollen in Spielfilmen („Liebe macht sexy“ & „Robert
Zimmermann wundert sich über die Liebe“), in Serien („Um Himmels
Willen“) und Kinowerbungen für Sennheiser. Traditionell denkenden
Kritikern, die U-Gin erklären wollten, es gäbe wegen seiner
Hautfarbe nicht viele Rollen, die zu ihm passten, bewies er somit,
wie falsch diese lagen, fand darin jedoch auch die Motivation,
sein eigenes Stück zu produzieren. Eins mit einem Hintergrund, das
ihm zu jener Zeit sein Rückgrat stütze und so wurde „Othello“ sein
erstes, selbst-produziertes Stück, indem er auch die Hauptrolle
übernahm.
Das Ziel des aus Ghana stammenden Künstlers ist es, sich als
schwarzer Schauspieler so zu etablieren, dass seine Rolle nicht an
seine Hautfarbe angepasst werden muss und bald all seine Geschicke
zu kombinieren.
Seine Tanzrichtung nennt er bewusst zeitgenössischen Tanz, weil er
der Meinung ist, alle seine Tanzstile, sei es HipHop oder Krump,
mit denen er das Juste Debout 2007 gewann, seien modern und er
lebt im Jetzt ́- somit ist er ein zeitgenössischer Künstler.